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Gerz

 

Text: Ralf J. Schumann

Erstveröffentlichung im Sammlermagazin "Trödler", Heft 04/2015

(leicht überarbeitete Fassung zur Veröffentlichung auf meiner Internetseite)

 

Letztmalig überarbeitet am 5. Mai 2026.

 

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The history of the company Gerz (Simon Peter Gerz I)

This article is written in German. You can translate the text into any language using online translation tools.

 

 

 

Simon Peter Gerz I  G.m.b.H. 

 

Feinsteinzeugfabrik, Höhr-Grenzhausen

 

 

Gerz-Vasen der 3000er-Serie mit verschiedenen Formen und Glasuren.

 

Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

 

 

Die immer beliebter werdende Keramik der Nachkriegsjahrzehnte wird im englischen Sprachraum als West German Pottery, kurz "WGP" zusammengefasst. Das ist einerseits ein zu eng gefasster Begriff für ein Sammelgebiet, das letztlich auch Keramiken aus der ehemaligen DDR und dem deutschsprachigen Ausland umfasst, beschreibt aber auf der anderen Seite sehr genau das Interesse der Sammler: Nämlich Produkte aus dem zeitlich begrenzten Raum von ca. 1945 bis 1989. Das Kerngebiet liegt dabei für viele Keramiksammler in der Zeitspanne von den frühen 1950er Jahren bis etwa 1980, als die letzten Spuren der sogenannten Lavaglasuren endgültig vom Markt verschwunden zu sein schienen.

 

Auch die meist durch Bierkrüge bekannte Firma Gerz stellte zeittypische Zierkeramiken her, die in diesem Zeitraum viel beworben und verkauft worden sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Firmenlogo der Firma Gerz mit dem Krug im Dreieck.

 

Die Firma Gerz in Sammlerkreisen - ein zumeist unbekannter Name

 

 

Die markanten Vasen der 60er und 70er Jahre von Gerz sind heute beliebte Sammelobjekte, doch der Firmenname ist eigentlich nur bei Liebhabern von Bierkrügen  bekannt und geschätzt. Die Zierkeramiken dieses Unternehmens hingegen werden seltsamerweise sehr oft unter falschem Namen gehandelt.

 

Die Spur dieser Fehlzuschreibungen reicht etliche Jahre zurück und somit ist die ursprüngliche Quelle wohl nicht mehr genau zu ermitteln. Im Jahre 2009 veröffentlichte allerdings der Sammler und Autor Kevin James Graham ein Buch mit dem Titel "From Spritzdekor to Fat Lava - West & East German Ceramics", das auch eine Abteilung über die Firma Clemens & Huhn enthielt. Die hierzu erwähnten Formnummern entstammen sehr wahrscheinlich fast vollständig dem Buch "Keramik der 50er Jahre" von Horst Makus, jedoch sind die dazu gezeigten Objekte nicht von Clemens & Huhn, sondern von den Firmen J. L. Knödgen ("Ilkra Edelkeramik") und eben - Gerz! Diese wurden wohl anhand der auf den Vasenböden vorhandenen Formnummern "identifiziert", die zufälligerweise mit etlichen Modellnummern der Firma Clemens & Huhn übereinstimmten. In der Folge werden heute viele Gerz- und Ilkra-Vasen bei Sammlern und Händlern fälschlich als Clemens & Huhn-Produkte bezeichnet.

 

Eine weitere Fehlzuschreibung erlitt die hier abgebildete Gerz-Vasenserie mit Formnummern im 3000er-Bereich, die anscheinend lediglich aufgrund einer   Formenähnlichkeit der Firma Jopeko zugeschrieben wurde. Jeweils eine Vase dieser 3000er Serie  wurde sowohl in dem erwähnten Buch von Kevin James Graham (Seite 90), aber auch bereits in dem 2006 zuerst erschienenen Buch "Fat Lava - West German Ceramics of the 1960's & 70's" von Mark Hill (3. Auflage 2012, Seite 87) abgebildet und in beiden Fällen falsch als Erzeugnis der Firma Jopeko benannt.

 

Da sich viele englischsprachige Sammler und Händler an diesen beiden Werken orientieren, sind die erwähnten Fehlzuschreibungen heute im Internet leider weit verbreitet.

 

Tatsächlich ist mir zur Zeit kein gedrucktes Werk aus dem Sammelbereich der Nachkriegskeramik bekannt, das die Zierkeramiken der Firma Gerz überhaupt erwähnt.

 

Da diese zeittypischen Produkte aber meiner Meinung nach eine eigene Würdigung verdienen, möchte ich hiermit  erstmals Vasen und Krüge der Firma Gerz aus den 50er bis 70er Jahren vorstellen.

 

 

Einige Details zur frühen Firmengeschichte

 

Gegründet wurde die Firma Gerz 1862 von Simon Peter Gerz I (1830-1893), der Mitglied der Künstler-Union und des Münchner Künstlerbundes war. Er übernahm einen bereits 1835 urkundlich erwähnten Betrieb und ließ ihn auf seinen Namen eintragen. Nach Recherchen eines englischen Sammlers fügte Simon Peter Gerz eine "I" zu seinem Namen hinzu, um sich von einem Namensvetter (der sich dann "Simon Peter Gerz II" nannte) zu unterscheiden, und nicht, wie anzunehmen wäre, als Hinweis auf eine Generationenfolge. Dieser Namensvetter war der Vater von Alois Jakob Gerz, der später die Firma Roßkopf und Gerz gründete.  1897 wurde die Firma Simon Peter Gerz I in eine G.m.b.H. umgewandelt.

 

Bis in die 1940er Jahre hatte das Unternehmen bereits eine sehr wechselvolle und interessante Firmengeschichte hinter sich, die hier aus Platzgründen leider nicht ausführlich dargestellt werden kann. Themenbezogen möchte ich an dieser Stelle mehr auf die Zeit ab 1945 eingehen.

 

Erwähnt werden sollte aber, daß bereits im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts  bedeutende Künstler, wie z. B. Peter Behrens, Albin Müller und Paul Wynand, für die Firma Gerz Dekor- und Formentwürfe lieferten. Hergestellt wurden u.a. typisches Westerwälder Steinzeug wie Bierkrüge, Kannen, Bowlen und Becher, aber auch Zierkeramiken wie Vasen und Dosen, Gebrauchsgeschirre und Einkochgefäße sowie Wein- und Butterkühler. Bereits in den 1930er Jahren wurden auch Klinkervasen aus rotem Ton unter der Bezeichnung "Klinkro" hergestellt.

 

1942 erwarb Dr. Gottfried Pöppinghaus das Unternehmen, das kurz darauf in einem Bombenangriff schwer getroffen wurde.

 

Gerz-Zierkeramiken aus den 1950er bis 1970er Jahren

 

Nach Kriegsende wurde die Produktion so schnell wie möglich wieder aufgenommen und bereits 1947 erschienen wieder Werbeanzeigen der Firma Gerz als "Feinsteinzeugfabrik moderner und antiker Steinzeugwaren". Man warb aber auch für "Neuzeitliche Keramiken", "Klinkro" und "Artikel für den technischen Bedarf".

 

Links: Vasen und Dose in hellblau glasierter Keramik mit Golddekor. In den frühen 50er Jahren wurden sehr ähnliche Dekore auch von vielen anderen Firmen angeboten. Quelle: Die Schaulade, Ausgabe B, Heft Juni 1953, S. 234.

Rechts:  Vase Form 107 C aus den 50er Jahren mit Firmenaufkleber. Höhe 22 cm. An der Mündung der grünen Vase ist ein Ansatz von dunkler Laufglasur zu erkennen. 

Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

 

 

Die "neuzeitlichen Keramiken" waren vor allem zeittypisch glasierte Vasen aus weißem Ton in moderat-modernen Formen, die sich zur Mitte der 50er Jahre hin dann auch mit gewagteren Silhouetten dem Zeitgeschmack anpassten. Aber auch die freigedrehte "Klinkro"-Serie wurde durch moderne Formen ergänzt. Diese meist undekorierten Vasen aus rotem Ton erhielten organisch geformte Öffnungen  und  die Krüge wurden mit  modern geschwungenen Henkeln versehen. Ein Gerz-Katalog aus den 50er Jahren zeigt neben diesen modernen Klinkervasen auch "Klinkro"-Körbchen und "Klinkro"-Teekannen mit zeittypischen, kunststoffumwickelten Basthenkeln sowie Wandvasen und Tierfiguren aus rotem Ton (darunter sogar eine "Bambi"-Figur), aber auch einen großen Anteil an Bowlen, Bierkrügen und allerlei reich verzierten Trinkgefäßen aus weißem Ton.  Zum Ende der 50er Jahre hin wurde die "Klinkro"-Serie dann auch mit matten, weißen Glasuren versehen, die zusammen mit geritzten Mustern eine interessante, zeitgemäße Optik ergaben.

 

Links: Vase der frühen Nachkriegsproduktion: Rote Klinkervase aus der "Klinkro"-Serie mit umlaufendem Ornamentdekor. Aus der Vorkriegsproduktion sind zur Zeit nur undekorierte Vasen bekannt. Quelle: Die Schaulade, Ausgabe B, Heft Februar 1950, S. 68.

Mitte: In den späten 50er Jahren wurden "Klinkro"-Vasen auch mit farblich abgesetzten Ritzdekoren angeboten. Quelle: Die Schaulade, Heft Februar 1959, Seite 190.

Rechts: Vase Form 1134 (13 cm hoch) mit unregelmäßigen Linien um 1959. Die freigedrehte Klinkro-Serie wurde stets in Handarbeit ausgeführt. Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

 

 

Die Firma Gerz hatte um 1959 bereits 110 Arbeiter und 15 Angestellte, 2 Rundöfen und 4 Muffelöfen, eine eigene Malerei, eine Druckerei und eine Zinngießerei für die Deckel der Bierkrüge. Die Jahresproduktion belief sich auf über eine Million DM. Exportiert wurde in alle Erdteile.

 

 Eine neue Zierkeramik-Serie ab 1961

 

Die Nachfrage nach Klinkerkeramiken ließ zum Ende der 50er Jahre deutlich nach, so daß die Firma Gerz im Jahr 1961 eine neue Zierkeramikserie aus weißem Ton vorstellte. Die Entwürfe hierzu stammten unter anderem von dem 1928 in Berlin geborenen Keramiker und Porzellan-Modelleur Klaus Schwebsch, der 1960 zu Gerz kam, nachdem er 1957/58 bereits bei Marzi & Remy und 1959 bei Sgrafo - beide Firmen waren ebenfalls in Höhr-Grenzhausen ansässig - beschäftigt war.

 

Links: Vase Form 1011/20 aus der "1000er"-Serie ab 1961. Entwurf der Form: Klaus Schwebsch. Das Dekor im Stil der 50er Jahre mit pastellfarbenen Feldern auf matt-hellbraunem Grund wird ebenfalls ca. 1961 produziert worden sein.  Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

Mitte: Zwei Vasen mit gleicher Form in unterschiedlicher Größe (Links Form 1017/22 mit orangen Streifen auf dunkelbraunem Grund. Rechts Form 1017/14 mit weißem Liniendekor auf schwarzem Grund).  Entwurf der Form: Klaus Schwebsch. Beide Dekore ca. 1961. Auf der linken Vase ist der Firmenaufkleber der 50er Jahre noch verwendet worden. Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

Rechts: Krug Nr. 2006/20 in konischer Form mit  elegant geschwungenem Henkel.  Entwurf der Form:  Klaus Schwebsch, 1960/61. Dieser Krug wurde mit verschiedenen, bunten Dekoren produziert. Hier mit einer einfarbigen Glasur in blau. Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

 

  

Die von Klaus Schwebsch neu gestalteten, klaren  Formen trafen den Geschmack der Zeit und blieben viele Jahre im Programm von Gerz. Der in Sammlerkreisen bekannte Entwerfer Bodo Mans schrieb 1965 in der  "Keramischen Zeitschrift" über Schwebsch und dessen Objekte: "Seine Formen sind meist nach oben konisch zulaufende Zylinder, die mit derselben Grundform, nur daß der Konus entgegengesetzt läuft, die Öffnungen bestimmen. Dabei arrangiert Schwebsch die Körper so geschickt in Verhältnisse zueinander, daß man die Unterbrechungen und Kanten als eine weiterfließende Linie empfindet, die nicht unterbricht, sondern zusammenführt".  Diese Beschreibung trifft bereits auf einige um 1960/61 entstandenen Entwürfe für die Firma Gerz zu.

 

Links: Krug Nr. 2025/20 mit schwarz-weißer  Glasur und  geritztem Wellendekor. Auch diese Form zeichnet sich durch den Henkel mit "schickem Knick" aus. Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

Mitte: Zwei Vasen aus der ersten Hälfte der 60er Jahre mit einem damals in der Branche verbreiteten, rustikalen  Dekorstil in Anlehnung an antike Schriftzeichen oder Schmuckornamente. Schwarze Linien auf braunem Grund.  Links Krug Nr. 2026/25, rechts Vase Form 1063/20. Foto/Sammlung: Michael Kempf

Rechts: Formen der 1000er-Serie mit dem Dekor "Capri" (rot, innen schwarz). Die Krugvase unten rechts auf dem Bild hat die Formnummer 2002/18. Quelle: Die Schaulade, Heft April 1967, Seite 480.

 

 

1962 ging Schwebsch nach Ransbach-Baumbach zu dem Mitbewerber J. L. Knödgen ("Ilkra-Edelkeramik") und entwarf dort sehr erfolgreiche Formenserien, deren Vorgänger allerdings in den Entwürfen für Gerz eindeutig zu erkennen sind. Von seiner Zeit bei Marzi & Remy brachte Schwebsch auch ein neues Nummernsystem mit zu Gerz. Wurden die Zierkeramiken aus weißen Ton vorher mit dreistelligen Formnummern versehen, erhielt die neue Serie vierstellige Formnummern, z. B. 1000er Nummern für Vasen und 2000er Nummern für Krüge.   

 

Die Art und Weise, in der die geprägten oder erhabenen Nummern auf den Vasenböden vorhanden sind, unterscheidet sich oft nicht von den Bodenmarkierungen der Firma Marzi & Remy, so daß eine Zuordnung alleine aufgrund der Bodenmarkierung oft nur möglich ist, da bei Marzi & Remy in der Regel die Firmenmarke auf den Objektböden vorhanden ist.

 

Formen aus der neuen Gerz-Zierkeramikserie ab 1961 sind in Werbeanzeigen noch bis 1969 nachweisbar,  wurden aber vermutlich auch noch zu Beginn der 1970er Jahre weiterproduziert. Derartig lange Laufzeiten für Vasenformen zeugen von der Qualität der Entwürfe, die in einem harten Konkurrenzkampf auf dem Markt bestehen mußten. Die Serie wurde im Laufe der Jahre ständig um weitere Modelle ergänzt.

 

 

Rustikale Dekore um 1963/64

 

Einige Formen der 1000er- und 2000er-Serie ab 1961 wurden kurze Zeit später mit rustikalen, teils antik anmutenden Dekoren versehen und ab 1966 in Fachzeitschriften beworben. Darunter die hier abgebildeten Dekore "Antigone", "Budapest" und "Canazai", die meist als besonderes Merkmal auf dem Vasenboden handgeritzt den Firmennamen "S. P. Gerz", den Dekornamen und die Zusätze "Handarbeit" sowie "Germany" erhielten.

 

Links: Vase Form 1070/16 mit Dekor "Antigone". Braun-grüne Glasur, innen schwarz.  Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

Mitte: Krug Form 2007/25 mit Dekor "Budapest". Ornamente in grüner Schaumengobe auf  braunem Wischdekor, in Handarbeit aufgetragen. Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

Rechts: Drei Vasen mit Dekor "Canazai". Links Krug 2029 (16 cm), rechts Krug 2028 (24,5 cm), vorne Schale 6035 (7 cm hoch). Foto/Sammlung: Michael Kempf

 

 

Der Designer wird in den Werbeanzeigen leider nicht erwähnt. Es handelt sich aber mit großer Wahrscheinlichkeit um Entwürfe von Hanns Welling, der ab 1964 auch für die wahrscheinlich zu Gerz gehörende Firma "Keramik-Keruska" weitere  Dekore im gleichen Stil entwarf. Die Firma (oder Sparte) "Keramik-Keruska" bestand vermutlich nur wenige Jahre, ungefähr bis 1966/67. Einige Keramiken aus deren Formenprogramm wurden später von Gerz mit verschiedenen Glasuren unter der eigenen Marke "Gerz" mit den gleichen Formnummern weiterproduziert. 

 

Die "Classic"-Serie um 1966

 

Des weiteren gab es eine neue "Classic"-Serie mit Vasen und Krügen, die abweichend vom vorherigen Nummernsystem (u. a. Vasen mit 1000er und Krüge mit 2000er Nummern) alle mit Formnummern im 2000er Bereich versehen wurden. Diese sehr rustikal gehaltenen Formen mit Reliefdekoren wurde in Werbeanzeigen in den matten Farben "braun" und "steingrau" angeboten, es sind mir aber auch Objekte mit leuchtend roter Glasur bekannt.

 

Auf  der linken Seite diese Werbefotos sieht man drei Teile mit Dekor "Antigone". Auf der rechten Seite sind vier  Formen der "Classic"-Serie . Quelle: "Porzellan + Glas", Heft April 1966, Seite 30.

 

 

Gerz Werbefoto mit "unseren Erfolgedekoren": CAPRI (rot), WIEN (schwarz-orange), ISLAND (braun-weiß) und CLASSIC (braun und steingrau).

Quelle: Die Schaulade, Heft Januar 1967, Seite 27.

 

 

 

Links: Krugvase 2011/10 mit Dekor "Wien" (1966), mit orangefarbenen Ornamenten auf mattschwarzem Grund. Foto/Sammlung: Michael Kempf

Mitte: Krugvase Form 2026/26 mit Dekor "Island" (1966). Braune Streifen auf mattem, grau-weißem Grund.  Foto/Sammlung: Michael Kempf

Rechts: Krugvase 2012/18 aus der Zierkeramikserie ab 1961 mit einem bunten Dekor um 1970. Die lange Laufzeit der Formen zeugt von der Qualität der Entwürfe.  Foto/Sammlung: Michael Kempf

 

 

Die "3000er-Serie" ab 1967

 

Der bei Gerz angestellte, talentierte Formengestalter Georg Mennicken entwarf in den 1960er Jahren neben reich verzierten Bierkrügen nach jahrhundertealten Vorbildern auch  einige moderne Zierkeramik-Serien für seinen Arbeitgeber. Mennicken war ein Nachfahre der großen Töpferfamilie Mennicken aus dem belgischen Raeren, die große Meister hervorbrachte, von denen sich einige im 15. und 16. Jahrhundert im Kannenbäckerland niederließen.

 

Im Frühjahr 1967 wurde in Fachzeitschriften eine von Georg Mennicken neu gestaltete Serie vorgestellt, die mit geometrischen, eckigen Formen auf sich aufmerksam machte. Die Vasenserie mit 5 Grundformen erhielt zur Unterscheidung  Formnummern im 3000er-Bereich. Im Oktober 1967 wurde diese Serie dann mit dem heutzutage bei Sammlern besonders beliebten Dekor "Lava" vorgestellt, nachdem die Majolikafabrik Rheinbach ("Marei-Keramik") bereits im April des gleichen Jahres eine Serie mit dem gleichen Namen beworben hatte. 

 

Die Firmenanzeige zu diesem Werbefoto versprach: "Geschmackvoll in Form und Dekor - Keramik, die anspricht". Die Vasenserie war in 8 Dekoren lieferbar.  Von links nach rechts: Formen 3004/20, 3000/30, 3001/20, 3003 (35 cm), 3002 (30 cm), 3000/20, 3001/30 und unten rechts Form 3005/10. Quelle: Die Schaulade, Heft August 1967, Seite 1046.

 

 

Die lava-artige Schaumengobe, die dem Dekor ihren Namen gab, wurde lediglich in den drei Farben Gelb, Grün und Blau hergestellt. Der Mitbewerber Fohr-Keramik hatte zwar eine fast gleiche Glasur in der Farbe Rot bereits im April 1967 in Anzeigen beworben, aber der Erfolg der Gerz-Serie lag einfach in den von Mennicken entworfenen, klaren Formen. Die 3000er-Serie wurde mit dem hier gezeigten Dekor "Capri" auch von dem Großhändler Guido Riffarth unter dem Label "Ri-Keramik" vertrieben.

 

Links: Vasen der 3000er-Serie mit den Dekoren "Ätna" (sandfarben) und "Lagune" (blau), sowie Formen der 1000er-Serie mit dem Dekor "Capri" (rot, innen schwarz). Unten rechts Krug 2002/18. Quelle: Die Schaulade, Heft April 1967, Seite 480.

Mitte:  Bodenvase Form 3000/30 mit blau-roter Glasur, ca. 1968/69.

Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

Rechts: Zwei Vasen mit dicker, roter Glasur auf mattschwarzem Untergrund. Vase Form 3004/20  und Krugvase Nr. 3001/20.  Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

 

 

Dekor "Lava" (1967), eine "wirkungsvolle Kraterglasur" wurde nur mit Vasen der 3000er Serie produziert. Hier die drei erhältlichen Farbtöne Grün, Blau und Gelb auf Form 3005/10. Die Farbe Rot wurde nicht hergestellt. Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

 

 

Weitere Serien: 500, 600, 700 und 800

 

Zur Herbstmesse 1969 wurde eine weitere Zierkeramik-Serie vorgestellt. Im Gegensatz zu den markanten, wuchtigen Objekten der 3000er-Serie waren die Formen der 500er-Serie kleine kugelige oder zylindrische Vasen mit knalligen Dekoren in rot und blau. Die Formen erhielten aber auch andere Dekore, z. B. in feurigen rot-gelben Tönen oder mit einer interessanten Kristallglasur in hellblau auf tiefrotem Grund.

 

Links: Blau und rot waren bei Gerz die Modefarben zum Ende der 60er Jahre, sowohl bei Vasen, als auch bei Geschirrserien. In einer farbigen Werbeanzeige wurden neue Formen der 500er-Serie vorgestellt. Quelle: Die Schaulade, Heft Oktober  1969, Seite 1584.

Mitte: Kleine Vase Nr. 501/8 mit interessanter Kristallglasur in hellblau auf rotem Grund.

 

Foto/Sammlung: Ralf J. Schumann

 

Rechts: Zylindervase Form 507/17, mit blauem Dekor aus Effektglasur, in Handarbeit auf die rote Grundglasur aufgebracht. Foto/Sammlung: Michael Kempf

 

 

Im Frühjahr 1970 folgten auf einen Schlag gleich drei weitere Formenserien. Eine "600er"-Serie mit sehr rustikalen Formen, eine klassisch wirkende Kugelserie mit 700er-Nummern und eine ebenfalls rustikale Reliefserie mit Nummern im 800er-Bereich. Alle drei Serien folgten in der Gestaltung dem anhaltenden "Antik-Trend", der sich seit einigen Jahren in der allgemeinen Wohnraumgestaltung bemerkbar machte. Die heutzutage viel zitierten Weltraum-Möbel in Schockfarben, die in den späten 60er und frühen 70er Jahren auf Messen für Aufmerksamkeit sorgten, waren oft nur bei avantgardistisch-orientieren Käufern oder in Jugendzimmern zu finden. Der große Trend ging zu Bauernschränken oder Stilmöbeln und Einrichtungen im Jugendstil.

 

Links: Die "600er"-Serie wurde im Frühjahr 1970 in Fachzeitschriften mit farbigen Dekoren vorgestellt. Im Vordergrund Vase  Nr. 604/18. Quelle: Die Schaulade, Heft April 1970, Seite 538.

Mitte: Formen der "600er"-Serie auf einem Werbebild in schwarz-weiss, "in vier verschiedenen Dekors lieferbar": Oben Form 602/20, Mitte Form 604/18, rechts unten Schale Nr. 609/20. 

 

Quelle: Die Schaulade, Heft Mai 1970, Seite 868.

Rechts: Krugvase 606/25 (links) und Vase 605/14 (rechts) mit dem tiefblauen Dekor "Apollo". Dekorentwerfer Georg Mennicken begründete die Farbe und den Dekornamen mit einem damals aktuellen Bezug auf die Raumfahrt und das Farberlebnis der Austronauten beim Blick auf die Erde. Quelle: Die Schaulade, Heft August 1970, Seite 1342.

 

 

Links: Formen der "Kugelserie" mit Formnummern im 700er-Bereich, laut Begleittext "lieferbar in leuchtend Türkis mit Metalleffekt-Streifen und Orange mit blau" (Firmenfoto in schwarz-weiss). Quelle: Die Schaulade, Heft Mai 1970, Seite 868.

Rechts:  Zwei Vasen der "Kugelserie": Links Bodenvase Form 705/35, rechts Form 700/20. Bei Sammlern sehr beliebte, farbenfrohe Objekte. Foto/Sammlung: Michael Kempf

 

 

Links: Formen der "Reliefserie" mit Formnummern im 800er-Bereich: "Glänzend braune Glasur mit orange-farbenem Bänder-Relief" (Firmenfoto in schwarz-weiss). Quelle: Die Schaulade, Heft Mai 1970, Seite 868.

Rechts: Vase Form 805/20 in mattem Braun mit hell abgesetztem Reliefband. Diese Serie war auch in anderen Farben erhältlich, z. B. in hellblau mit dunkelblauem Relief und dunkelroter Mündung. Foto/Sammlung: Stuart Brownrigg.

 

 

Die Keramikhersteller folgten dem Trend und entwarfen Objekte im sogenannten "Oma-Look", bezogen auf die damalige Großmüttergeneration mit ihrer Jugendzeit um die Jahrhundertwende. Mitbewerber Marei-Keramik warb, bezogen auf eine neu herausgebrachte Serie mit Jugendstil-Formen, mit dem Slogan "Oma's Vase ist nicht tot". Nur zu Beginn erhielten die neu gestalteten Keramikserien bei Gerz und anderen Herstellern auffallende Glasuren in knalligen, leuchtenden Farben. Zur Mitte des Jahrzehnts wurden die 70er Jahre immer rustikaler und erdfarbener. Viele Porzellanfabriken stellten nun Keramikgeschirre her, mit floralen, bäuerlichen Motiven, in gedeckten Tönen, mit dominierendem Braunanteil. Die viel beschworenen bunten 70er Jahre waren im Porzellan- und Keramikhandel schon bald nach Beginn des Jahrzehnts vorbei. Der "Nostalgie"-Trend bestimmte das Warenangebot vom Service bis zu Zierkeramik und Geschenkartikeln.

 

 

Neue Vasen-Konzepte bei Gerz: "Gerz Punkt", "Vario" und "Rondo"

 

Im Januar 1973 stellte Gerz eine weitere Neuheit vor: "GERZ Punkt", die "lustige Vasenidee". In einer Geschenkpackung konnte man vier viertelkreisförmige Keramikvasen in zwei Farbtönen erwerben, die sich in beliebiger Aufstellung auf dem Tisch dekorieren ließen. Die Vasen gab es in einem leuchtenden Orange und einem dunklen Blau.  

 

GERZ Punkt - "Die lustige Vasenidee" (1973), vier Viertelkreisförmige Vasen in einer Geschenkpackung für zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten. Quelle: Porzellan + Glas, Heft Januar 1973, Seite 25.

 

 

Im April 1973 folgte in Fachzeitschriften die Vorstellung des Tischvasen-Sets "Vario", mit drei mehreckigen Formen in einer Packung, sowie der Serie "Rondo", einer Reliefvase in aufrechtstehender Kreisform, deren unterer Teil als Standfläche "abgeschnitten" worden war.

 

Links: Tischvasen-Set "Vario" (1973). Der Karton enthielt 3 Vasen in verschiedenen Größen sowie eine Kerze und einen Kerzanhalter. Quelle: Porzellan + Glas, Heft April 1973, Seite 131.

Rechts: Reliefvase "Rondo" (1973) mit drei Öffnungen. Der glatte Boden trug keine Formnummer. Quelle: Porzellan + Glas, Heft April 1973, Seite 136.

 

Diese drei neuen Tischvasen-Serien waren die letzten Zierkeramiken, die von Gerz in Fachzeitschriften beworben wurden. Die Werbeanzeigen der folgenden Jahre betrafen hauptsächlich Bierkrüge und den ständig wachsenden Anteil an Keramik-Geschirren. Mit Bezug auf den Leitgedanken "Der Markt bestimmt, was produziert wird", machte sich Gerz im Jahr 1968 mit modernen Anlagen an den  Aufbau einer Geschirrproduktion. Bereits 1967 waren Suppentassen mit großen Teakholzuntersetzern ein Gerz-Verkaufsschlager.

 

1973 waren bei Gerz vier Geschirrserien im Angebot, darunter die Serie "Selecta", die 1971 auf der Sonderschau "Die gute Industrieform" in Hannover ausgezeichnet wurde. Die allgemeine Nachfrage nach Keramikgeschirren nahm im Laufe der 1970er Jahre stetig zu und die Produktion der vorwiegend im Westerwald ansässigen Hersteller vervielfachte sich vom Beginn der 60er Jahre, als nur vereinzelt Stücke angeboten worden waren, bis zum Ende der 70er Jahre. Dennoch bleib das Hauptgeschäft der Firma Gerz immer die Produktion von Bierkrügen, darunter auch der größte Bierkrug der Welt, ein keramisches Monstrum mit 32 Litern Fassungsvermögen, 16 Kg. Leergewicht und einer stolzen Höhe von 119 Zentimetern. 1967 produzierte Gerz den 10.000.000. Bierkrug seit der Wiederaufnahme der Produktion nach 1945. Im Jahr 1970 verkündete Gerz stolz, Deutschlands größter Hersteller von Steinzeug-Bierkrügen zu sein.

 

1967: Umzug nach Sessenbach

 

1963 hatte Dr. Klaus Pöppinghaus die Gesellschaftsanteile übernommen und zusammen mit einem neuen Geschäftsführer sowie durch erhebliche Investitionen den Umsatz innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Der Betrieb in Höhr-Grenzhausen erreichte die Kapazitätsgrenze und so wurde 6 Km entfernt, im benachbarten Sessenbach, auf einem Areal von 60.000 qm ein neuer Fabrikkomplex mit 6.000 qm Produktionsfläche in der damals modernen Shedbauweise errichtet. Das war fast eine Verdoppelung gegenüber dem alten Werk mit ca. 3.500 qm Produktionsfläche. Das Zierkeramik-Sortiment hatte 1967 einen Anteil von 25% am Gesamt-Jahresausstoß, von dem  65% in das Ausland exportiert wurde.  Die Exportquote erhöhte sich zu Beginn der 70er Jahre sogar auf 69%.

 

Die 70er Jahre: Weitere Expansion des Unternehmens

 

1970 verkürzte die Firma Ihren Namen von "Simon Peter Gerz I GmbH" auf "Gerz GmbH" und legte somit einen Teil des Traditionsnamens ab. 1971 war der zweite Bauabschnitt auf dem neuen Werksgelände abgeschlossen und man fertigte  mit 280 Mitarbeitern auf insgesamt 14.000 qm Produktionsfläche. Das 1973 neu eingeweihte Musterzimmer zeigte nur noch die beiden Hauptgruppen Bierkrüge und Geschirr. Die Zierkeramik verlor immer mehr an Gewicht.

 

Im Jahre 1974 erwarb Dr. Pöppinghaus die Steingutfabrik Staffel aus dem Besitz der Colditz-Industrie-Holding AG und nahm umfangreiche Investitionen in die Fabrikanlagen vor. Eine neu errichtete Produktionshalle wurde 1976 mit einem gemeinsamen Betriebsfest von Gerz und Staffel gefeiert.  Die Steingutfabrik Staffel, die in den 50er Jahren Produkte unter dem Namen "Dom Keramik" vertrieben hatte, war mit ihren veralteten Werksräumen nicht mehr wettbewerbsfähig.

 

Nach Übernahme und  Werksumbau produzierte Staffel um 1976 mit rund  250 Mitarbeitern wieder erfolgreich Steinzeuggeschirre und Gebrauchskeramik. Die ebenfalls von Staffel hergestellte Produktlinie der  Geschenkartikel aus Keramik sollte neben den Bierkrügen und den Geschirrserien das dritte Standbein der beiden Schwesterfirmen werden. Seit Anfang 1976 wurden alle Waren von Gerz und Staffel unter dem Namen "Gerzit" angeboten, um auf das Steinzeug von hoher Qualität hinzuweisen. Somit sind auf Sammlermärkten oft Keramiken zu finden, die auf dem Boden das Gütesiegel "Original Gerzit - Staffel Stoneware" tragen.

 

 

Das Ende der Firma Gerz

 

Im März 1989 wurde die Steingutfabrik Staffel an eine Investorengruppe, die Scharfe GmbH, verkauft. Grund hierfür war vermutlich die zurückgehende Nachfrage nach Steingutgeschirren in den 80er Jahren.

 

Zu Beginn der 90er Jahre kam es im Zuge der Scheidung der Eheleute Pöppinghaus zu einer Aufteilung des Vermögens. Die Firma Gerz gehörte Anita Pöppinghaus, das Firmengelände jedoch ihrem Ehemann, der 1992 eine Räumungsklage angestrebte. Die Gerz GmbH konnte letztendlich auf dem Firmengelände verbleiben, mußte jedoch eine erhebliche Mieterhöhung hinnehmen.  

 

1994 erschienen Zeitungsberichte über eine Kooperation mit der m + r Keramik GmbH. Diese war der Nachfolgebetrieb der 1990 in Konkurs gegangenen Traditionsfirma Marzi & Remy in Höhr-Grenzhausen. Die Kooperation kam jedoch aus verschiedenen Gründen nicht zustande und die Firma m + r, die kurz zuvor von der Teuhand noch die Keramischen Werke Haldensleben übernommen hatte, mußte im Frühjahr 1995 aufgrund der kritischen Unternehmenssituation Insolvenz anmelden. Die Gerz GmbH erwarb aus der Konkursmasse neben einigen Maschinen und der Lagerware auch das Produktprogramm, das dann zum Teil noch weiter gefertigt wurde.

 

Aber die 1990er Jahre mit sinkender Nachfrage im Keramikbereich und steigendem Konkurrenzdruck durch Billigimporte führten auch bei Gerz zu einer schwierigen Unternehmenssituation. Die Belegschaft wurde reduziert, aber das auf Großserien angelegte Unternehmen konnte mit stark reduziertem Ausstoß nicht mehr produktiv arbeiten. Hinzu kamen die erhöhte Miete und ein Einbruch beim mit 30% Umsatzanteil wichtigen Exportgeschäft in die USA aufgrund des  Strategiewechsels eines Großabnehmers. Im Juni des Jahres 1998 mußte dann auch die Gerz GmbH Insolvenz anmelden.

  

Der Name Gerz existiert jedoch noch heute, als Marke einer Firma aus Hillscheid, die lediglich weltweit importierte Bierkrüge mit Dekoren und Zinndeckeln versieht. Die tradionsreiche Keramik-Qualitätsproduktion der Firma Gerz besteht dagegen nicht mehr.

 

Aber die 1990er Jahre mit sinkender Nachfrage im Keramikbereich und steigendem Konkurrenzdruck durch Billigimporte führten auch bei Gerz zu einer schwierigen Unternehmenssituation. Die Belegschaft wurde reduziert, aber das auf Großserien angelegte Unternehmen konnte mit stark reduziertem Ausstoß nicht mehr produktiv arbeiten. Hinzu kamen die erhöhte Miete und ein Einbruch beim mit 30% Umsatzanteil wichtigen Exportgeschäft in die USA aufgrund des  Strategiewechsels eines Großabnehmers. Im Juni des Jahres 1998 mußte dann auch die Gerz GmbH Insolvenz anmelden.

 

Der Name Gerz existiert jedoch noch heute, als Marke einer Firma aus Hillscheid, die lediglich weltweit importierte Bierkrüge mit Dekoren und Zinndeckeln versieht. Die tradionsreiche Keramik-Qualitätsproduktion der Firma Gerz besteht dagegen nicht mehr.

 

Ralf J. Schumann (2015, überarbeitet 2025)

 

Vielen Dank an Stuart Brownrigg und Michael Kempf für die überlassenen Bilder. Herzlichen Dank auch an Herrn Otto Gatzke für die ausführlichen Informationen zur Firmengeschichte in den 1990er Jahren.

 

 

Gerz-Marken und Bodenmarkierungen

 

Links: Firmenaufkleber der 50er Jahre in gerundeter Form. Verwendet bis zu Beginn der 60er Jahre. Foto: Ralf J. Schumann

Mitte: Firmenaufkleber in dreieckiger Form ab ca. Mitte der 60er Jahre. Foto: Michael Kempf

Rechts: Die Keramiken der "Klinkro"-Serie tragen stets das Krugsymbol im Dreieck, die Bezeichnung "Klinkro" und die Formnummer. Die Vasen sind für Sammler so leicht zu erkennen. Foto: Ralf J. Schumann

 

 

Links: Bodenmarkierung der Vase Nr. "107 C" aus den frühen 50er Jahren. Das "C" steht sehr wahrscheinlich für die Größenangabe. Foto: Ralf J. Schumann

Mitte: Bodenmarkierung Krug Nr. 2025/20 um 1961. Die Größenangabe ist hinter dem Schrägstrich etwas tiefergestellt. Foto: Ralf J. Schumann

Rechts: Bodenmarkierung Vase Nr. 1017-14. Bei Vasen mit kleinem Boden war die Größenangabe durch einen Querstrich getrennt unter der Formnummer vorhanden. Diese Optik ist bei der Firma Marzi & Remy-Keramiken in exakt gleicher Form zu finden, so daß eine Identifizierung nur durch Form- und Dekorvergleiche möglich ist. Foto: Ralf J. Schumann

 

 

 

Copyright: Ralf J. Schumann 2025.

Bitte erwähnen Sie beim Zitieren aus dem Artikel den Autorennamen Ralf J. Schumann und meine Website.

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Dieser Artikel erschien zuerst in der Sammlerzeitschrift "Trödler", Heft 4/2015.

(Informationen über weitere bisher erschienene Artikel finden sich hier)

 

Gegenüber der damals erschienenen Version wurden folgende Korrekturen und Ergänzungen vorgenommen:

 

Erwähnung des Designers Hanns Welling als wahrscheinlicher Entwerfer einiger Dekore der frühen 1960er Jahre ("Antigone", "Budapest" und "Canazai"). Diese Dekore gehören nicht zur "Classic"-Serie. 

Hinweis auf die wahrscheinlich zu Gerz gehörende Firma Keramik-Keruska.

 

 

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